Americandy. Amerikanische Süßigkeiten in Wien

Ihr habt im letzten Urlaub in den USA diese unglaublich leckere Schokolade gekauft und seid jetzt ganz traurig, dass es diese amerikanische Süßigkeit in Österreich nicht erhältlich ist? Ihr wolltet schon immer mal an Pop Tarts oder Twinkies knabbern wie die Gilmore Girls? Dann auf zu Americandy!

Americandy wurden von Marlies Vrana und Manuel Gruber im Oktober 2013 gegründet und gemeinsam betreiben sie mittlerweile nicht nur den Onlineshop, sondern seit Oktober 2015 auch einen Shop in Wien, der nun seit 24.Juni 2016, nach dem Umzug, im Donauzentrum zu finden ist. Ein große Auswahl an amerikanischen Süßigkeiten in Wien zu finden ist nun überhaupt kein Problem mehr.

Ich habe mich mit den zwei super netten Shopbesitzern getroffen und mit ihnen über amerikanische Süßigkeiten, den Schritt zur Selbstständigkeit und die Challenges dabei gesprochen.

American Candy- Amerikanische Süßigkeiten in Wien. Ein Interview mit den Gründern von Americandy.

Was waren die ersten Schritte, die ihr unternommen habt, um Americandy zu gründen?

Marlies: Es gibt leider keine coole Entstehungsgeschichte dazu. Der Manu und ich gehen beiden auf die WU, ich studiere Wirtschaftsrecht und Manuel BWL, und wir wollten immer schon wissen, wie das ist, selbstständig zu sein. Da wir beide auf Süßes stehen und diese Süßigkeiten, die wir jetzt verkaufen, auch oft im Fernsehen gesehen haben, dachten wir: „Jaaa, das ist irgendwie ganz nett.“

Dann haben wir angefangen Preise rauszusuchen und unsere erste Bestellung war ein Paket um 500 Euro, eigentlich sehr wenig, und es ist auch noch kaputt angekommen. Wir haben den Gewinn immer wieder reinvestiert und so haben wir schlussendlich das Lager aufgebaut.

Hat euch das Wissen aus euren Studien bei der Gründung geholfen?

Marlies: Ein wirtschaftliches Studium hilft schon wenn man so etwas aufziehen will. Man weiß zum Beispiel wie Buchhaltung funktioniert. Wir konnten uns am Anfang keinen Steuerberater leisten und mussten deswegen die Buchhaltung selbst machen. Und alles was du nicht selbst machen kannst, musst du bezahlen. Und das ist das Blöde bei Startups wenn kein Geld da ist. Du versuchst eben so viel wie möglich selbst zu machen. Und da hilft das Studium schon. Auch was das Business Englisch betrifft.

Manuel: Ich habe den Vorteil, dass ich im Onlinemarketing arbeite und auch als Webdesigner tätig bin und so Know How mitgebracht habe.

Marlies: Wir haben uns gedacht, wir wollen die Sache mit wenig finanziellem Aufwand einfach mal ausprobieren und das richtig Teure an einem Online Shop ist die Homepage. Zusätzlich haben wird den Online Shop in der ersten Zeit aus unserer Wohnung raus betrieben. Das sparte ebenfalls Geld.

Das heißt die Kisten haben sich bei euch im Wohnzimmer gestapelt?

Marlies: Ganz genau! Wir haben ein eigenes Zimmer eingerichtet… Online Shop haben wir es genannt… beide lachen… und irgendwann hat es sich im Wohnzimmer gestapelt und die Paletten sind herumgestanden.

Aus Marketing Gründen haben wir dann beschlossen einen Weihnachtsstand im Donauzentrum auszuprobieren. Der hat voll gut funktioniert und die Leute haben uns danach besser gekannt. Der nächste Schritt an den wir dann dachten war, dass eine eine Packerl- Abholstation ganz schön wäre. Denn die Leute aus Wien waren nicht unbedingt bereit die Versandkosten zu zahlen. Die sahen auf der Homepage wir sitzen in Wien und es kam auch vor, dass plötzlich jemand bei uns zu Hause vor der Türe stand. Deswegen waren wir länger auf der Suche nach einem Geschäftslokal.

Wie finden euch eure Kunden?

Manuel: Die meisten Leute kennen uns von Facebook oder von Google. Wir bemerken aber am Wochenende, dass richtige Familienausflüge zu uns gemacht werden.

Marlies: Es kommen Leute aus Graz, aus Salzburg. Letzte Woche war jemand da, der eine Motorrad Tour machte und uns als fixen Punkt eingeplant hatte. Das ist schon süß!

Ihr seid mittlerweile schon ziemlich bekannt, habt 25.000 Likes auf Facebook. Wie schnell haben sich diese Zahlen entwickelt?

Manuel: Wir haben gemerkt, dass es ab 1000 Likes relativ schnell gegangen ist. Wir haben teilweise lustige Werbung gemacht, die vielleicht auch ein bisschen provokativ war. Ein Beitrag wurde auch 3000 Mal geteilt- das bringt sehr viel. Und wir machen auch Werbung auf Facebook. Die ist relativ günstig für uns und die Leute mögen einfach unsere Produktfotos.

Was sind die Challenges für euch?

Marlies: Es gibt viele Challenges. Ich glaube, die größte Challenge ist, dass wenn wir Ware bestellen, die Ware gleich bezahlen müssen. Wir müssen das Geld also vorstrecken. Die Ware ist dann noch eine Weile auf dem Weg zu uns. Kauf auf Rechnung ist nicht verbreitet in den USA. Dieser Lauf, bis das Geld wieder bei uns ist, das dauert lange. Wir müssen ja schon dazwischen, optimaler Weise bevor die Ware bei uns ankommt, neue Ware bestellen. Das Bestellsystem ist sehr komplex.

Stichwort: Österreichische Bürokratie. Was sagt ihr dazu?

Manuel: Es ist schwierig. Es gibt schon viel Bürokratie und vieles wird erschwert. Ein aktueller Fall: Der Zoll nimmt Waren, untersucht sie und sie sind jetzt bei denen und wir wissen nicht was damit passiert. Es gibt schon viele bürokratische Hürden und es dauert bis man sich in die Vorschriften eingelesen hat.

Wie viele Stunden investiert ihr beide in der Woche in Americandy?

Manuel: In der Woche etwa 80 Stunden. Man hört ja nicht auf zu reden wenn man zu Hause ist.

Marlies: Und wenn wir nach Hause fahren sind meist noch Dienstpläne zu schreiben, Bestellungen zu machen oder wir überlegen uns etwas Neues weil wir wollen ja nicht langweilig werden. Und dann gibt’s noch die Buchhaltung. Die Homepage muss auch immer up to date sein. Es ist sehr zeitintensiv. Man sollte es sich schon gut überlegen ob man das will.

Habt ihr noch eine Trennung zwischen Privatem und Arbeit?

Marlies: Wir nehmen uns schon Tage raus und sprechen an diesen Tagen nicht über den Shop.

Funktioniert das?

Beide lachen. Die ersten 3 Stunden.

Was habt ihr noch vor mit Americandy? Was ist euer Traum?

Manuel: Ein paar Filialen, in Salzburg, in Deutschland. Und wir würden uns Markenrechte für bestimmte Produkte sichern; auf lange Frist gesehen.

Marlies: Ich hätte mit einem kürzeren Ziel angesetzt… lacht.

Könnt ihr noch praktische Tipps geben, für jemanden der ebenfalls daran denkt einen Shop zu eröffnen?

Manuel: Wir können sagen, es wird nie glatt verlaufen. Es wird immer etwas geben, was man auf die letzte Minute ändern muss. Wir sind drei Tage vor der Eröffnung draufgekommen, dass wir keine Hängewand haben. Die werden aber nur auf Anfrage produziert. Wir haben uns durchtelefoniert und haben zum Glück jemanden gefunden der die Hängewand innerhalb eines Tages produziert hat. Die Eröffnung war gerettet.

Man sollte es sich alles gut überlegen. Es muss einem bewusst sein, dass Mietverträge auch oft Klauseln beinhalten die einen drei bis fünf Jahren binden. Und wenns dann nicht läuft, ists scheiße.

Marlies: Ich glaube auch, dass ma es sich gut überlegen soll ob man es wirklich will. Wenn man eine Anstellung hat, gehst du nach der Arbeit heim und du ärgerst dich ein bisschen über deine Kollegen oder deine Chefin. Aber wenn dir der Shop gehört, dann lässt dich das nicht mehr los und du kannst nicht sagen: „Ich geh jetzt von der Arbeit heim…“ das geht dann nimmer.

Manuel: Es gibt halt Hoch und Tief. Wie überall.

Und was sind die Hochs?

Manuel: Man hat immer was zum Reden. Beide lachen.

Marlies: Mich freut es extrem wenn Leute kommen und die Sachen cool finden die wir machen. Es ist immer schön wenn Leute austicken und sagen: “Oh Gott, ihr seids sooo cool!“ Das ist für mich immer das Hoch.

Manuel: Ja, das ist schon nett.

Und zum Schluss noch: Welche sind eure 3 Lieblingprodukte, die man unbedingt probiert haben muss ?

Beide: Boah… wir haben so viel!

Marlies: Hershey Cookies and Cream, Jelly Belly Doctor Pepper und Cheetos.
Manuel: Cheetos, die Original. Herr’s Jalapeño Wafers und Reeses.

Für den Fall, dass ihr jetzt ebenfalls Lust auf amerikanische Süßigkeiten bekommen habt, schaut einfach auf www.americandy.at oder im Shop im Donauzentrum auf der Wagramer Strasse 81 in 1220 Wien vorbei. Um sich Appetit zu holen, könnt ihr Americandy übrigens auch auf Facebook oder Instagram folgen.

 

 

 

 

 

 

 

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